Erbenheimer Warte: Bunker, Wachturm oder Aussichtsturm?

Bildquelle: Anke K auf komoot.de

Im Vorbeifahren Richtung Mainz-Kastel fragen sich viele, was das für ein weißer Turm ist, und aus welcher Zeit er wohl stammt. Die Erbenheimer Warte ist ein von 1492 bis 1497 errichteter Wachturm und gehört zur ehemaligen Kasteler Landwehr. Er steht auf dem Hochplateau im Bereich der heutigen Siedlung Fort Biehler an der Grenze zwischen Mainz-Kastel und Erbenheim.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ der Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg als Schutz gegen starke „Räuberei“, zu nennen sind hier insbesondere die „Eppsteiner Raubritter“, die Kasteler Landwehr mit verschiedenen Warttürmen/Wachtürmen bauen. Zu dieser gelegentlich auch „Mainzer Landwehr“ genannten Anlage gehörten die Mosbacher Warte, die Erbenheimer Warte, die Hochheimer Warte und die Flörsheimer Warte bei Wicker.

Der Rundturm hat ein spitzes Steindach und Pechnasen, dessen Zugang hoch über dem Boden liegt: War die Übermacht der Angreifer für die Männer von der Landwehr zu groß, konnten sie sich in ein oberes Stockwerk des Turmes zurückziehen. Zu diesem oberen Stock führte im Außenbereich eine Leiter. Zog man diese Leiter hoch, befand man sich hinter einer dicken Mauer in Sicherheit. Zuvor wurden schließlich noch die Bewohner mit einem Signal vor den Eindringlingen gewarnt, so dass genügend Zeit war mit „Hab und Gut“ in das befestigte „Castel“ zu flüchten.

Der Turm wird heute von einem Verein betreut und kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Weblinks: Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e.V.