Verkehrssicherheit in Nordenstadt: Hainweg bleibt Problemzone

Der Enforcement-Trailer im der Straße Am Hainpark im Sommer 2025.

495 – so viele Strafzettel wurden im vergangenen Sommer im Hainweg wegen Tempoverstößen verteilt. Das hat die Behörde dem Ortsbeirat nach einem sechswöchigen Einsatz des sogenannten Enforcement-Trailers mitgeteilt. Weitere Details stehen noch aus.

Dem Einsatz ging eine Messreihe mit der Anlage des Ortsbeirats voraus – mit alarmierenden Ergebnissen: Spitzenwerte von bis zu 120 km/h (an einem Sonntagabend) und zahlreiche massive Verstöße gegen Tempo 30. Für die Behörden endlich ein klares Signal, dass Handlungsbedarf besteht.

Das Thema ist allerdings alles andere als neu. Der Ortsbeirat weist seit Jahren auf die gefährliche Situation hin. Aus guten Gründen: Zwei Kitas, ein Seniorenheim, querende Schulkinder – und dazu eine breite, schnurgerade Straße, die zum Rasen einlädt. Trotzdem wurde die Lage auf städtischer Seite lange anders bewertet. Fußgängerüberwege oder bauliche Maßnahmen? Fehlanzeige. Begründung: rechtliche Hürden, Busverkehr oder angebliche Unverhältnismäßigkeit.

Schon frühere Ortsbeiräte hatten die Problematik erkannt. Doch Änderungen am Verkehrskonzept scheiterten damals auch an wirtschaftlichen Interessen. Und heute? Die Situation bleibt angespannt. Anwohner berichten von riskanten Überholmanövern und gefährlichen Situationen mit Kindern. Gerade für Jüngere ist das Risiko hoch: Laut ADAC entwickeln Kinder erst ab etwa 9 bis 10 Jahren ein vorausschauendes Verhalten im Straßenverkehr. Vielen Autofahrern scheint das nicht bewusst zu sein – oder sie ignorieren es.

Aktuell steht wieder ein Enforcement-Trailer in der Straße Am Hainpark. Gut sichtbar – und trotzdem werden erneut Temposünder erwischt. Der Effekt: meist nur kurzfristig.

Für die Wählergruppe „Norschter in Bewegung“ ist deshalb klar: Das reicht nicht. Neben Kontrollen braucht es nachhaltige Lösungen. Erste Anträge für Fußgängerüberwege sind bereits gestellt – auch, weil sich die rechtlichen Rahmenbedingungen Ende 2025 etwas gelockert haben. Auch bauliche Maßnahmen will die Wählergruppe weiterhin fordern – ein erster diesbezüglicher Antrag der Wählergruppe wurde damals vom Dezernat abgelehnt. Damals, kurz vor der Öffnung der Straße für den allgemeinen Verkehr, lagen noch keine Zahlen über Verstöße vor. Diese liegen nun vor und darin stehen die „Norschter in Bewegung“ guten Anlass, das Thema erneut auf die Agenda zu bringen. Denn am Ende geht es um mehr als Zahlen – es geht um Sicherheit im Alltag.