Überschall-Knall irritiert Anwohner – Schussübungen auf dem Airfield?

Der Überschall-Knall ist in der Regel nicht sichtbar, nur bei passenden Wetterbedingungen entsteht ein kondensierter Luft-Kegel hinter dem Flugzeug. Bild von John Gay, U.S. Navy

Am heutigen Mittwoch erhielten wir eine besorgte Mail: „Hallo liebes Team, könnt ihr in Erfahrung bringen was es mit den drei „Sprengungen“ heute und den vielen Schussübungen seit Wochen am Airfield auf sich hat?“ Wir haben umgehend bei der Pressestelle der US-Garnison nachgefragt: Es gab heute über dem Rhein-Main-Gebiet mehrere Überschall-Knalle. Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, wurden diese von zwei Eurofightern der Bundeswehr ausgelöst. Der Überschall-Schutzflug führte von Meisenheim bei Bad Kreuznach nach Taunusstein. Er war erforderlich, weil zu einem dort fliegenden Flugzeug kein Funkkontakt hergestellt werden konnte. Zum Schutz vor Terror führt dies im deutschen Luftraum immer zum Aufsteigen von zwei Eurofightern, um die Lage zu klären. Die geschieht recht häufig, wenn zum Beispiel die Piloten vergessen, auf den richtigen Funkkanal zu wechseln. Ungefähr ein- bis zweimal pro Monat steige die deutsche Alarmrotte („Quick Reaction Alert“) auf.

Die in der Anfrage genannten „Schussübungen seit Wochen“ sind sicherlich auf die schon seit vielen Jahren üblichen Knallgeräusche zurückzuführen, die auf der Airbase ausgelöst werden, bevor ein Flugzeug landet: So sollen Vögel von der Landebahn verscheucht werden, um Schaden an Tier und Maschinen zu verhindern. Seit 2016 gibt es dort außerdem ein Vogelschlagschutzprogramm: Unter anderem wird das Gras auf 30 Zentimeter Höhe gehalten, damit Vögel ihre Beute wie Mäuse nicht sehen können, auch zwei Fuchsbaue wurden angelegt, um die Mäuse- und Kaninchen-Population klein zu halten, und so den Vögeln keinen Anlass zur Jagd zu geben.

In früheren Jahren gab es deutlich häufiger Überschall-Knalle, auch in der Rhein-Main-Region. Seit den 1970er-Jahren wurden diese streng reguliert und dürfen nur noch in Notfällen über dichter besiedeltem Gebiet durchgeführt werden.

Der Knall entsteht nicht nur beim erstmaligen Durchbrechen der Schallmauer, sondern während das Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs ist – überall entlang seiner Flugbahn, wo die Stoßwelle auf einen Beobachter trifft.

Wiesbadener Kurier: Zwei Bundeswehrjets sorgen für Knall im Rhein-Main-Gebiet

Bundeswehr: FAQ – Schallmauer durchbrochen: Wenn es plötzlich laut knallt

US Army: Garrison’s bird strike prevention is keeping Soldiers, aircraft safe

Bundeswehr: Militärischer Flugbetrieb