Siegerentwürfe für die „Neue Norschter Mitte“ vorgestellt

Die drei Siegerentwürfe des Ideenwettbewerbs „Neue Norschter Mitte“ wurden gestern im Bürgersaal vorgestellt: 25 Studierende des Master-Studiengangs Architektur an der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA UAS) haben Ideen entwickelt: Wie kann das Areal des derzeitigen Gemeindezentrums genutzt werden, nachdem Feuerwehr und Ortsverwaltung in das neue Gemeindezentrum an der Taunushalle umgezogen sind? Ein Ergebnis des Ideenwettbewerbs war für viele überraschend: Das alte, äußerlich seit langem marode Gemeindezentrum muss nicht abgerissen werden, sondern könnte auch phasenweise umgebaut werden. Die zahlreichen alten Bäume könnten so erhalten bleiben. Der Ortsbeirat hatte die FRA UAS um den Ideenwettbewerb gebeten und 1.000 Euro Preisgeld ausgelobt. Eine Jury aus FRA UAS und Ortsbeirat prämierte einen 1. Platz und zwei 2. Plätze. Angestoßen und organisiert hatten den Ideenwettbewerb die „Norschter in Bewegung“.

Eröffnet wurde die öffentliche Vorstellung der Siegerentwürfe vom Nordenstadter Ortsvorsteher Dr. Gerhard Uebersohn (SPD) und Prof. Johannes Fokken. Er erläuterte, dass der Ideenwettbewerb Anregungen für die weiteren Diskussionen in Nordenstadt und Wiesbaden geben soll. Was allerdings schlußendlich genau gebaut und geändert wird, wie viele Wohnungen hinzukommen, ob die Parkplätze verlegt werden und ob diese kostenlos bleiben, wird erst im Laufe der Abstimmungsprozesse in den nächsten Jahren festgelegt. Der Ortsbeirat wollte mit diesem Ideenwettbewerb die Diskussion um die neue Nutzung des Areals frühzeitig anstoßen um eigene Ideen aus Nordenstadt zu entwickeln, unter Einbeziehung der Bevölkerung.

Prof. Johannes Fokken betont, dass es sinnvoll war, erstmal zu schauen, ob ein Abriss vermieden werden kann. Die grünen Sicherungsnetze hängen zwar seit vielen Jahren, aber Ursache dafür sind nur oberflächliche Schäden. Daher war Teil der Aufgabe, das Bestandsgebäude zumindest teilweise zu erhalten. Die Neue Norschter Mitte soll Identität stiften, die Geschichte des Ortes verbinden und Aufenthaltsqualität bieten. So soll die Ortsmitte gestärkt werden.

Vorgabe für die Studierenden war, dass der Großteil des neuen Gebäudes für Wohnen genutzt werden kann, aber auch die bestehende gewerbliche Nutzung und eine Gastronomie möglich ist. Wichtig war auch die Schaffung eines Grünzugs, gerade weil in Nordenstadt aktuell wenig Grünflächen vorhanden sind. Die meisten der 13 Entwürfe haben daher die Straße An der Schule als Grünfläche entsiegelt, die nötige Feuerwehrzufahrt zur Schule bleibt trotzdem möglich. Der Erhalt des Bestandes ist laut Prof. Fokken der wichtigste Impuls: nicht nur klimatisch, sondern vor allem wirtschaftlich ist ein Abriss und Neubau deutlich schlechter.

Herausforderung war insbesondere, Wohnraum zu schaffen und die Parkplätze von der Straße An der Schule und dem Lehrerparkplatz unterzubringen.

Hier können die PDF-Präsentationen der drei Sieger-Entwürfe exklusiv heruntergeladen werden:

1. Platz: „Ortsgefüge“ von Isabel Schwandt und Matilda Pfordte
20 neue Wohneinheiten plus 10 bestehende und 100 Stellplätze.

2. Platz: „zusammen | ge | dacht“ von Pia Reitzel und Albert Menzel
Variabel ca. 33 Wohneinheiten und 80 Stellplätze

2. Platz: „Grüne Mitte“ von Carmen Schillo und Clemens Eyer
22 Wohneinheiten, Mobility Hub mit rund 40 öffentlichen und 54 privaten Parkplätze (mit Aufzug) für Lehrkräfte und Anwohnende.

Fotos: