Mangelnder Glasfaserausbau: Stadt gibt sich hilflos

Bildquelle: Denny Müller auf Unsplash

Der Glasfaser-Ausbau in Nordenstadt liegt weit hinter dem Zeitplan, allerdings sorgt ein weiterer Punkt für Kritik: einige Wohngebiete Nordenstadts werden kein Glasfaser bekommen (wir berichteten). Die Norschter in Bewegung hatten dies im September kritisiert und vorgeschlagen, dass der städtische Glasfaser-Anbieter die unversorgten Wohngebiete anschließt (wir berichteten). Der Wiesbadener Kurier hat dieses Thema aufgegriffen und bei der Stadt nachgefragt. Die Antwort lautet kurz gesagt: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Die Norschter in Bewegung kritisieren diese Haltung der Stadtverwaltung: „Natürlich könnte die Stadt bei der Vergabe der Konzessionen zur Bedingung machen, dass 100% der Haushalte versorgt werden. Dies wurde versäumt und das führt nun zu den genannten Versorgungslücken. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Stadtregierung diesen Fehler wieder gut machen sollte, und entweder mit vodafone oder mit der städtischen WiTCOM Lösungen für die betroffenen Wohngebiete finden muss.“

Hintergrund: Die EU plant, die in Deutschland mehrheitlich genutzte DSL-Technik auslaufen zu lassen. Bis 2030 sollen alle Haushalte Zugang zum Glasfasernetz haben – dann soll DSL abgeschaltet werden. Wie die Stadt Wiesbaden dieses Ziel in den unversorgten Gebieten erreichen will, wollen die Norschter in Bewegung nun durch weitere Anfragen klären.

Die Norschter in Bewegung hatten sich immer wieder für den Glasfaser-Ausbau in ganz Nordenstadt eingesetzt, auch gegenüber vodafone. Der Betreiber, der in den genannten Gebieten auch Internet über das Fernsehkabel anbietet, hatte lediglich auf betriebswirtschaftliche Gründe für diese Entscheidung verwiesen.

Die folgenden Gebiete werden von vodafone nicht ausgebaut:

Blau umrandet die Wohngebiete, die nach aktuellem Stand der Planungen Glasfaser bekommen sollen, rot umrandet die Wohngebiete, die derzeit leer ausgehen würden. Das Neubaugebiet Hainweg ist bereits mit Glasfaser versorgt.