Bahnprojekt Wallauer Spange in Gefahr? Es ist kompliziert.
In der vergangenen Woche gab das Bundesverkehrsministerium bekannt, dass es (noch) keine Finanzierungsvereinbarung für das Bahnprojekt Wallauer Spange gibt. Darauf folgte ein Aufschrei der Empörung von Politiker*innen in Bund, Land und Kommunen. Einerseits zurecht, denn das Projekt wird seit 10 Jahren geplant und ist schon weit fortgeschritten: Die umliegenden Kommunen haben einen gemeinsamen FInanzierungsplan für den dort zu errichtende Bahn-Haltepunkt, und das Gesamtprojekt ist aktuell in der dritten Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt. Durch die ebenfalls erst jetzt bekanntgegebene dritte Prüfung verschiebt sich der Baubeginn erneut um ein Jahr auf 2027. Daher ist es andererseits nachvollziehbar, dass es noch keine Finanzierungsvereinbarung gibt, denn diese kommt in der Regel erst, wenn Baurecht vorliegt . Allerdings: Falls bis zur Baureife das Sondervermögen des Bundes aufgebraucht ist, sieht es schlecht aus für die Finanzierung des Projekts, obwohl es im Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf und damit höchster Priorität eingestuft wird.
Auch für die östlichen Wiesbadener Stadtteile und Vororte zwischen Wiesbaden und Wiesbadener Kreuz wäre der der Haltepunkt ein enormer Gewinn: Mit dem ÖPNV bräuchte man von dort statt bisher eine Stunde zum Flughafen nur noch 15 Minuten und zum Frankfurter Hauptbahnhof statt einer Stunde nur noch 25 Minuten.
Der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol hat nun in einer Stellungnahme die hohe Bedeutung für Wiesbaden und die gesamte Region detailliert herausgearbeitet. Auch andere Kommunen und Politiker*innen aller Parteien sowie auch das Bundesverkehrsministerium haben sich für das Projekt ausgesprochen. Jetzt heißt es dranbleiben!
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